Tour de Tirol

Drei Tage in den Bergen ,klasse:http://www.trailrunning.de/laufberichte/kaisermarathon-tour-de-tirol/was-will-man-mehr/2619

 

1. Tag

Die Anreise ist ein Qual. Am Feiertag ist ganz Deutschland auf der Straße. Die Staus machen aber nicht an der Grenze halt. Im Gegenteil, in Österreich wird es noch schlimmer. Ich befürchte schon, dass wir nicht rechtzeitig in Söll eintreffen. Start für den 10er soll ja um 18 Uhr sein. Wir schaffen es aber dann trotzdem. Unsere Pension zu finden gestaltet sich dann nochmal schwierig. Der nette Empfang dort macht alber alles wieder wett.

Kurz gesagt: es klappt alles und wir stehen um 17 Uhr 30 pünktlich am Start des Söller 10ers. Wir treffen Heidemarie, die Gewinnerin des M4y Gewinnspiels. Offiziell wir die Tour mit einem Kanonenböller eröffnet. Die Stimmung ist grandios. Laute Musik bringt Läufer und Zuschauer in Stimmung. Der Moderator gibt noch eine kurze Einführung, danach folgt das Ganze noch in Englisch. Auf der überdimensionalen LED Wand kann jeder dies mitverfolgen. Pünktlich um Sechs erfolgt der Startschuss und es geht los.

Die abgesperrte Straße ist von Zuschauern dicht gesäumt. Es geht nach rechts, dann links und den Berg hinauf. Ein grandioses Bergpanorama liegt vor uns. Der Weg wird steiler und wir verlassen den Ort.

Der erste Kilometer ist geschafft. Wir erreichen den Waldrand. Hier steht eine VP. Die meisten Läufer sprinten vorbei. Es geht ja auch sofort wieder bergab. Der Weg liegt unter Bäumen. Bald wird es lichter und es geht wellig weiter.

Nochmal führt der Weg bergauf, dann links auf einen schmalen Trail. An einer Wirtschaftsstrsse stehen Helfer und weisen uns nach links. Es geht bergab. Zunächst noch moderat, dann immer steiler. Söll liegt unter uns im Abendlicht. Bald haben wir den Ort erreicht. Die Zuschauer jubeln. Auch unsere Pensionswirtin ist dabei. Es geht in die Straße, von wo aus gestartet wurde. Nach ca 200 m müssen wir um die imposante aufblasbare Erdingerflache herum und auf die zweite Runde.

Jede Runde hat 3,3 km. Ich erklimme gerade die erste Steigung, da kommen die Führenden von hinten. Nun wird es spannend. Immer mehr Läufer sprinten vorbei. Im Wald wird es langsam duster. Noch bin ich bergab zügig unterwegs. Sogar schneller als erwartet komme ich zum zweiten Mal in den Zielbereich. Weil mein Fotoakku leer ist spähe ich nach Bernie und gebe ihm meine Kamera. Ich muss die ja nicht die ganze Zeit mitgeschleppt haben.

Nun wird es ruhig auf der Strecke. Viele sind bereits im Ziel. Ich will gerade ein letztes Mal die Steigung angehen, da sehe ich einen kleinen Jungen in Jeans. Er spricht mit seinen Eltern und beginnt, den Läufern gleich, die Steigung locker hinaufzujoggen. Erwartungsgemäß bleibt er aber bald stehen. Als ich ihn gehend fast erreicht habe beginnt er wieder zu laufen. Das geht so einige Male. Er erreicht vor mir den Gipfel und läuft einfach weiter. Nanu wo will der dennn hin? Bergab habe ich ihn fast erreicht. Er wird langsamer. Dann wieder schneller. Beeindruckend wie der Kleine läuft. Hoffentlich findet er wieder nach Hause. Ich spreche ihn an, ob er weiß wo er ist. Er meint ja, er wüsste das. Soll ich das glauben? Ich weiß ja nicht ob er aus Söll kommt oder hier nur seine Ferien verbringt. Und es ist mittlerweile schon recht dunkel.

Zusammen laufen wir ein Stück. Dann kommt das letzte lange Stück bergab. Ich biete ihm an, wenn er mit mir durchs Ziel läuft, dass ich ihn dann nach Hause begleite. Ich bin nicht sicher ob er das verstanden hat. Trotzdem tue ich langsam und lasse ihn nicht aus den Augen. Hier überholen mich zwar jetzt einige Läufer, aber ich wollte mich sowieso für den morgigen Marathon schonen. Was machen da ein paaar Plätze mehr oder winiger schon aus. Nicht ohne einen richtigen Zielsprint erreichen wir gemeinsam das Ziel.

Der Kleine, er ist 6 Jahre alt, zeigt mir den Weg zu seinem Haus. Er ist doch Einheimischer, und meine Sorge somit unbegrüdet. Dann verabschieden wir uns. Norbert wartet bereits und wir gehen zurück in unsere gemütliche Pension.

 

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Birgit am Januar 5th 2015 in -Marathons, 2014

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