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11. Sindelfinger Glaspalastlauf

17.02.2013

Norbert hat Rücken. Und das so ganz ohne Grund. Normalerweise bin ich der Rückentyp. Das ist mal was anderes.

Schon beim Warmlaufen fühle ich mich richtig gut und Norbert richtig schlecht. Wir testen die Strecke. Ob man wohl Schneeketten braucht? Der Anfang sieht gut aus, alles Asphalt und der ist schnee- und eisfrei. Ich kann mich nicht richtig an den Streckenverlauf erinnern. Aber hier ist überall Wald mit verschneiten Wegen. Wenn wir da laufen, sind Schneeketten von Vorteil – vor allem bergab. Ich lass die Ketten an, Norbert zieht sie aus.

Start ist wie letztes Jahr im Rund des Glaspalastes, einer schönen großen Sporthalle. Die Zeitnahme läuft aber erst draußen am großen Starttor. Trotz „Rücken“ reiht sich Norbert weiter vorne ein.

Beim Start geht es richtig zur Sache. Hinter der Halle geht es eine Rampe steil bergauf. Trotzdem laufen hier alle schon wie die Verrückten. Ich schwimme im Strom mit und versuche mich nicht anzustrengen. Wir laufen durch die weitläufigen Sportanlagen zur Maichinger Straße. Die Straße ist gesperrt und wir können sie ungehindert überqueren. Bei der Masse der Läufer hätten Autos hier sowieso keine Chance. Im Wohngebiet geht es erst ein Stück eben, dann um eine scharfe Rechtskurve gleichzeitig steil bergauf. Ich bin froh, dass es gleich links in den Wald geht. Noch ein kleines Stück bergauf, und dann kann ich bergab erst mal verschnaufen.

Es geht am Waldrand entlang. Wellig ist hier der richtige Ausdruck. Mein Versuch ein gemäßigtes Tempo zu finden, scheitert. Hier rennt jeder so schnell er kann und ich mit. Bevor wir die ersten Maichinger Häuser erreichen, geht es rechts steil bergauf. Wie war nochmal die alte Ultraregel: wenn du den Gipfel nicht siehst dann geh! Der „Gipfel“ liegt etwas im Nebel. Das hier ist aber auch kein Ultra. Hier wird nicht gegangen! Ziemlich oben fragt mich eine ebenfalls kaputte Mitstreiterin, ob wir die ersten 4 Kilometer schon geschafft hätten. Leider nein; es sind noch nicht mal 3.

Dafür gibt es Verpflegung. Die lasse ich links liegen und kann dadurch Plätze gutmachen, die ich auf der Steigung verloren hatte. Es geht immer noch leicht bergauf. Eine scharfe Rechtskurve markiert den höchsten Punkt ca. bei km 4,5. Die folgende Strecke ist brutal. Es geht leicht bergab. Ich laufe am Limit. Platz um Platz mach ich nach vorne gut.

Bei den Eichholzer Wohnblocks geht es rechts und dann wieder ein Stück bergauf. Ich versuche, etwas zu entspannen.  Doch da ist schon mein Lieblingsstück: die Eichholzallee. Die geht ca einen Kilometer geradeaus aber etwas wellig. Wenn man da ist, ist das Schlimmste überstanden. Wieder ein paar Plätze weiter vorne.

An der Tankstelle nochmal rechts. Ich bin platt. Drei Läufer, die ich gerade noch überholen konnte, laufen an mir vorbei. Da muss ich mit! Mit letzter Kraft schaffe ich es gerade so den Anschluss zu halten. Da, es geht links den steilen Pfad runter. Jetzt kommen meine Schneeketten zum Einsatz. Rechts vorbei, überhole ich alles, was da vorsichtig seinen Weg sucht.

Die Straße ist erreicht.Bloß nicht schlapp machen! Über die Maichinger Straße, der kleine Anstieg ist erledigt, die Halle kommt in Sicht. Ich überhole noch einen älteren Läufer. Aber was macht denn der andere da?

Schaut sich immer um, wird langsamer, läuft jetzt rückwärts, lässt mich vorbei. Jetzt begreife ich; da war vorhin am Start ein Pärchen im gleichen Outfit. Das war der Mann davon. Und hinter mir kommt wohl jetzt seine Frau dazu. Mist – Sie ist ja ganz nah. Leise spricht er ihr aufmunternd zu. Und da vorne geht es nochmal berghoch;  ich kann nicht mehr!

Aber ein bisschen geht doch noch. Ich bin oben! So, sie wird mich nicht mehr einholen können!

Ich gebe nochmal alles. Bergab, die Rampe runter ist kein Thema. Die zwei Kurven in der Halle gehen auch noch. Geschafft.

Norbert, Kathi und Anja erwarten mich. Die Verpflegung mit heißem Tee, Bananen und Äpfeln ist draußen.

Langsam schöpfe ich wieder Atem. Jetzt kommt auch die Sonne raus.

Sieger:

Männer:

1. Platz Bastian Franz 33:07 Min

13. Platz AK 50 Norbert Fender 44:44 Min

Frauen:

1. Platz Michaela Renner-Schneck 39:59 Min

7. Platz AK 50 Birgit Fender 57:22 Min

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Birgit am Februar 24th 2013 in 2013, kürzere Distanzen

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