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36. Nickolauslauf Tübingen

4.12.2011

Mein Highlight habe ich bereits bevor der Startschuss gefallen ist: ein Autogramm und ein Foto von Dieter Baumann. Groupimäßig (voll peinlich) habe ich ihm nachgestellt und ihn dann tatsächlich beim Warmlaufen zu fassen bekommen. Im Nachhinein bin ich immer noch von seiner natürlichen Herzlichkeit fasziniert. Toller Typ!

Aber wir sind ja zum Laufen hier.

Etwas früher als gedacht, erreichen wir Tübingen – trotz chaotischem Navi. Norbert steuert den erst besten Parkplatz an der Straße an. Während wir aussteigen, sind wir auch schon zu geparkt.

Nach ein paar Gehminuten erreichen wir die Geschwister Scholl Schule. Da wir aus dem Internet bereits unsere Startnummer wissen, halten wir unsere Startunterlagen auch ruckzuck in Händen.  Schnell noch das im Startgeld enthaltene Funktions- Shirt und die üppig gefüllte Startertasche (u.a. mit einem Schoko-Nikolaus) geholt. Oh, es gibt für Frauen und Männer verschieden geschnittene Shirts – super.

In Rekordzeit finden wir in der Halle Platz um uns in Ruhe vorzubereiten. Wir beschließen die Tasche ins Auto zu bringen und nur eine Jacke in der Halle zu lassen, weil eine Taschenabgabe vom Veranstalter nicht vorgesehen ist.

Vom Auto aus wollen wir uns warm laufen. Mist, hier geht es ja bergauf. Und zwar eine ganze Weile. Meine Waden brennen jetzt schon und ein Puls von 172 ist nicht das, was in den Büchern unter Warmlaufen steht. Aha, hier ist aber jetzt der Startbogen und  die Straße geht eben. Wir laufen ein Stück die Strecke entlang. Hier komme ich dann zum ersehnten Dieter Baumann Autogramm. Eine viertel Stunde vor Start wird`s hektisch. Ich will nochmal in die Halle zur Toilette und meine Jacke deponieren. Also wieder runter, dabei sehen wir, dass es noch einen anderen Weg zum Start geben muss.

Alles erledigt, wieder rauf, diesmal auf einem schmalen Fußweg und in einer Herde von Läufern, die das gleiche Ziel haben.

Es gibt 3 Startblöcke. Von hinten muss Norbert nun sich in den 2. vordrängen. Wir verabschieden uns. Ich will von hinten Starten, und gehe nochmal in Gedanken die Strecke durch. Wenn ich mich recht erinnere geht es am Anfang bergab. Vielleicht ist es besser, dann am Anfang weiter vorne zu laufen. Gemächlich schiebe ich mich an den hinteren Reihen vorbei bis es irgendwann so eng ist, dass das keinen Sinn mehr macht. 3100 vorangemeldete Starter sind halt kein Pappenstiel.

Der erste Start ist erfolgt, 90 Sekunden später der zweite Start, und dann geht es auch für uns los.

Es ist ganz normal, wenn am Anfang das Tempo eher gemächlich ist. Wir laufen, schon ist km 1 erreicht. Das hört man, weil um mich herum die Uhren der Mitstreiter piepsen. Km 2 ist erreicht. Ich schau auf die Uhr ein Schnitt von 6.30. Oh je, wir laufen am Anfang eines Rennens, bergab einen Schnitt, den ich sonst auf den letzten Kilometern habe. Überholen ist schwierig, wir sind im Wald, und der Wegrand natürlich voller Laub. Ich will auf keinen Fall ein Umknicken riskieren. So warte ich darauf, dass sich das Feld auseinander zieht.

Km 3, der steile Anstieg. Eigentlich hatte ich mir gedacht, hier zu gehen. Das Tempo ist aber so langsam, dass ich gut laufen kann. Allerdings  muss mich auf die Füße der vor mir Laufenden konzentrieren. Eine kurze Begegnungsstrecke lässt uns einen Blick auf die Führenden werfen. Mir fehlt die Streckenkenntnis, um zu ermessen, wie viel Vorsprung die auf uns haben. km 4, es geht wellig, das Feld unvermindert dicht. Km 5, immer noch 6.30 Schnitt. Das kann ich jetzt vergessen. Um auf meinen angestrebten 6er Schnitt zu kommen, müsste ich jetzt 5 km in 5.30 laufen. Utopisch. Das wird also ein gemütlicher Sonntagvormittag Lauf.

Km 5, es geht steil bergab. Toll, im Pulk wird es etwas lichter.

Ein neues Problem tut sich auf: Läufer, die sich durch auffallend gelbe Vereinshemden auszeichnen laufen in Abteilungsstärke und fröhlichem Gespräch mehr reihig über den ganzen Weg verteilt. Da die Strecke freier wird, würde ich (und auch andere) gerne vorbei laufen. Also durchs Gebüsch. Gott sei Dank, freie Strecke. Leider bin ich kein besonders guter Bergläufer. Immer wenn`s bergauf geht, ziehen die Gelben wieder an mir vorbei. Auf der Ebene und bergab muss ich dann wieder überholen.

Jetzt aber genug gemeckert. Es ist ein toller Lauf. Am Start, viele Zuschauer, gut gelaunte und ambitionierte Streckenposten,  engagierte Helfer an den drei Verpflegungsständen und sogar Musik. Man sieht viele kostümierte Läufer und ab und zu sogar einen Weihnachtsmann, der Äpfel an die Läufer verteilt. Alles sehr stimmungsvoll. Dazu noch der herbstliche Wald, der nur darauf zu warten scheint, dass endlich Schnee fällt.

Wir laufen am Waldrand und können die Aussicht auf Streuobstwiesen genießen. Ah, da kommt die Begegnungsstrecke diesmal von der anderen Seite. Leider begegnen wir gerade keinem. Die Schnellen brauchen noch ein bisschen, bis sie auf ihrer zweiten Runde vorbeikommen, und die noch langsameren sind hier schon durch.

 

Wir sind bei km 7. Bei mir läuft`s gut, die Strecke ist jetzt, bis auf die beschriebene Streckenblockade durch die Gelben, frei, aber nicht einsam. Km 8  ist auch gleichzeitig km 19. Das Ziel ist zum Greifen nah. Ein rauher Wind weht von hinten und verleiht Flügel. Wir laufen über die Felder. Rechts ist das  Ziel, links wartet die weitere  Strecke.

Wir sind wieder am Anfang wo es so schön bergab ging. Endlich kann ich laufen. Da vorhin das Feld so dicht war, merke ich zuerst nicht, dass wir gerade in eine ganz andere Richtung laufen. Der Weg wird immer trailiger und steiler bergab. Ich muss schon ganz schön aufpassen, obwohl ganz hohe Wurzeln und Steine rot markiert sind. Ich werde trotzdem immer schneller. Hier kann ich einige Plätze gutmachen; das macht Spaß.

An der Verpflegungsstelle bei km 11 mache ich kurz Pause und trinke warmen Tee.

Hoffentlich müssen wir das nicht alles wieder rauf.

 

Bei km 13, nach einem welligen Auf und Ab, erreichen wir aber schon die bekannte Runde. Das steile Stück hoch gehe ich jetzt. Oben, das nennt sich übrigens Heuberger Tor, ist wieder die Begegnungsstrecke. Ich halte Ausschau nach Norbert und Kathi. Aber kein Bekannter ist zu sehen.

Das Problem mit den Gelben hat sich teilweise aufgelöst. Die sind jetzt nur noch 4 oder 5  aber immer noch super gelaunt. Bei km 18 überholen sie mich zum letzten Mal und sind natürlich vor mir im Ziel. Gott sei Dank ist auf den letzten Kilometern immer noch dieser fantastische Rückenwind und weht die müden Läufer quasi ins Ziel.

 

Auf der Uhr im Zielbereich sehe ich 2:20 irgendwas. So ein Mist. Das war tatsächlich mein langsamster Halbmarathon. Der Sprecher gratuliert mir trotzdem und verkündet, dass jetzt 2200 Läufer im Ziel sind. Mit den Mengen, die sich noch auf der Strecke befinden wird das ein neuer Finisherrekord.

Im Ziel erwartet mich Norbert und eine Menge Helfer, die auch den Transponder vom Schuh entfernen.

Es gibt heißen Tee, warmen Ultra Buffer, Wasser und H e f e z o p f!!!

 

Sieger:

Männer:

Timo Zeiler 1. Platz 1:13,44

Norbert Fender 61.Platz AK 50,  1:43,14

Frauen:

Sabine Oesterle 1. Platz 1:24,27

Birgit Fender 72. Platz AK 45, 2:18,52

 

2 Kommentare »

Birgit am Dezember 5th 2011 in 2011, Halbmarathons

2 Kommentare zu “36. Nickolauslauf Tübingen”

  1. Kati schrieb am 05 Dez 2011 um 20:08 #

    ha, der Dieter hat die Pose aber gut drauf, bei dem Bild mit mir guckt er genauso :)Wieviele Groupie-Bilder er wohl gestern machen musste? der Arme 🙂 und Ja, er war sehr nett gell… Die Gelben sind bestimmt die gewesen, mit denen ich im Bottwartal im Pulk unterwegs war *lach*

  2. Kati schrieb am 05 Dez 2011 um 20:08 #

    PS: rattenscharfe Mütze 🙂

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