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15. Waldhessenlauf

22.03.2014

Oh je,jetzt hab ich die Reihenfolge durcheinander gebracht. Siehe auch Bericht http://www.marathon4you.de/laufberichte/6-stundenlauf-waldhessen/mit-engagement-und-herzblut/2365

 

Rotenburg a.d Fulda liegt zwischen Bebra und Bad Hersfeld ziemlich in der Mitte von Deutschland. Das bedeutet für uns doch eine Fahrtzeit von drei- einhalb Stunden. Für eine Tagestour wird das zuviel. Der Stützpunkt des 6-Stundenlaufs ist die Jugendherberge. Was liegt also näher, als gleich dort zu übernachten. Den erforderlichen Jugendherbergsausweis beantrage ich rechtzeitig und so klappt auch die Vorrausbuchung ohne Probleme.

Es ist bereits dunkel als wir in Rotenburg ankommen. Zuerst fahren wir an der Juhe vorbei. Parken ist im angrenzenden Wohngebiet möglich. Ein Waldhessenlauf – Banner vor dem Eingang des Gebäudes sagt uns, dass wir richtig sind. Harald Heyde erwartet die Läufer im Gemeinschaftsraum. Leider habe ich seine Email zu spät gelesen. Er hat mir mitgeteilt, dass er der Läufer war, der mir in Rodgau das „Leben gerettet hat.“ Dort war ich schon am eingehen, als er mir mit Kaffee ausgeholfen hat. Peinlicherweise wusste ich das zum Zeitpunkt unseres Eintreffens nicht und hab ihn auch nicht erkannt.

Der Empfang ist trotzdem herzlich. Wir erhalten unserer Startunterlagen. Das Einchecken in der Juhe ist unproblematisch. Schnell sind wir in unserem gemütlichen Zimmer mit Stockbett. Zuerst müssen wir aber was essen. Traditionell ist Pizza angesagt. Wir machen uns in die Stadtmitte auf. Trotz der Dunkelheit erkennen wir das gemütliche Mittelalterliche Stadtbild. Leider ist kein Italiener zu finden. Über die Fulda führen mehrere Brücken. Gerade als wir auf die nächste zusteuern stolpern wir über ein Lokal direkt am Flussufer. Ein italienisches Ristaurante das auch Pizza anbietet. Im gemütlichen Ambiente kommen wir in den Genuss einer guten, preiswerten Mahlzeit.

Im Gemeinschaftsraum unserer Herberge wird gerade der Film „I want to run“ vorgeführt. Wir plazieren uns neben Klaus Neumann, der ja 2009 da mitgelaufen ist. Seine Reaktionen auf manche Szenen sind fast noch interessanter als der Film an sich.

Nach einer geruhsamen Nacht und dem guten Frühstück geniesen wir es, direkt am Start zu wohnen. Schon am frühen Morgen können wir aus dem Fenster beobachten, wie Harald das Zeitmesszelt aufbaut. Nach und nach treffen die Läufer ein. Außer Klaus und Walter kenne ich niemanden. Dieter vermisse ich noch, der hat tatsächlich Probleme mit dem Zug und kommt eine halbe Stunde zu spät. Ach doch, Stefan Daum, Sieger vom letzten Wochenende in Nürnberg ist da. Der kennt mich aber nicht.

Die Laufstrecke verläuft im Schlossparkt direkt hinter der Juhe. Der Start ist mit Kreide auf dem Weg gemalt. Hinter der Zeitmessung kommt nach vielleicht 100 Metern die Verpflegung. Und von weitem kann man 2 Zelte erkennen. Hier haben die Mannschaften, die einen laufen in pinken Trikots und die anderen  in grün,  ihren Stützpunkt. Durch den lichten Parkt kann man das gerade gut erkennen.

Um 10 Uhr geht es los. Die Herde setzt sich in Bewegung. Es geht links, an den Mannschaftszelten vorbei. Hier stehen die Betreuer und feuern uns an. Scharf rechts, gerdeaus, und scharf links verlassen wir den Park. Es geht ein gutes Stück an der Fulda entlang. Scharf links, wir biegen in den Schlosshof, nochmal scharf links es geht wieder in den Park. Nach einer längeren Gerade erreichen wir die Zeitmessung und die erste Runde mit 1.145 m ist beendet. die Zeitmessung erfolgt manuell d.h. man sollte Blickkontakt mit dem Zähler am Computer aufnehmen. Dann geht es an der VP vorbei und wieder von vorne.

Es dauert ein paar Runden bis ich meinen Rythmus gefunden habe. Schon in Nürnberg waren die Runden ja bei 1500m. Daran muss man sich erst gewöhnen. Hier kommen noch einige scharfe Ecken dazu. Aber die Strecke ist eigentlich sehr nett. Die ersten Frühlingsblumen stehen in Blüte im Park, das Stück am Fluss entlang ist kurzweilig, weil immer was anderes zu sehen ist. Auch im Schlosshof ist es interessant. Im laufe der Zeit kommen Spaziergänger vorbei. Dann natürlich die Läufer: Wenn sich 60 Personen auf so einer kurzen Runde befinden ist immer was los. Recht bald kommt schon der Führende von hinten. Andre Etter, schweizer Ultraläufer sprintet was das Zeug hält, gefolgt von Andre Schneider. Stefan Daum folgt in einigem Abstand. Da er in der letzten Woche auf der selben Distanz knapp 80 km gelaufen ist tippe ich eigentlich auf Stefan der sich augenscheinlich zurückhält. Hoffentlich hat er sich gut erholt.

Auch die Schweizerin Andrea Schüpbach ist rasend schnell. Erst hinterher erfahren wir, dass dies ihr erster Ultra ist. Sie bringt das trotzdem durch und gewinnt vor Ines Grahnert, die das Rennen gleichmäßig durchläuft.

Das Wetter ist wieder erwarten anständig. Pünktlich zum Start hört der Regen auf. Die Temperaturen sind knapp zweistellig. Optimales Laufwetter. Wie immer bei solchen Läufen merkt man mit der Zeit, wie kleine Steigungen zu Bergen mutieren. So auch hier. Den „Anstieg“ zum Schlosshof gehe ich bald nur noch hoch. Ansonsten dauert es immer etwas, bis ich nach der VP wieder anlaufe. Wobei ich natürlich nicht in jeder Runde esse und trinke, obwohl es später Kuchen gibt.

Jemand im Betreuerzelt kommt auf die Idee, jeden Läufernamen mit Kreide auf den Weg zu malen. Ich bin also immer gespannt, wenn ich da vorbeikomme.

Als Zeichen für die erfolgreiche Marathondistanz erhält man eine gelbe Fahne, und in der letzten Runde ein Startnummernfähnchen, das man bei Abpfiff in die Erde stecken kann. Ich bleibe genau vor der Verpflegung stehen und bin eine der ersten die ein frisch eingeschenktes Bier bekommt. Wir stoßen auf einen gelungen Lauf an.

Nach den Duschen treffen sich alle nochmal im Speisesaal zur offiziellen Siegerehrung. Stefan konnte sich doch noch deutlich von seine beiden Kontrahenten absetzen und den Lauf gewinnen. Jeder geehrte kommt nochmal zu Wort und ist voll des Lobes über diesen schönen Lauf. Nach reichhaltigem Mal das im Startgeld inbegriffen ist,  und Nachtisch machen wir uns auf den Heimweg.

Uns hat es sehr gefallen. Mein einziger Kritikpunkt wäre eine elektronische Zeitmessung. Die manuelle Methode ist naturgemäß Fehleranfällig, oder zumindest glaubt man das.  Da jeder Sportler mittlerweile seinen eigenen Computer am Handgelenk mitführt wird jede Abweichung der offiziellen Messung argwöhnisch beäugt. Dass die satellitengesteuerte Messung auf so kleiner Runde mindestens ebenso störungsanfällig ist, wird dabei übersehen und es kann leicht zu Mißverständnissen führen. Harald meint aber, dass er die Kosten hierfür scheut. Das lohne sich nur, wenn er sicher eine besstimmte Anzahl Teilnehmer hätte. Da dies aber nicht der Fall ist, setzt er auf seine bewährte Methode und kann dafür einen unschlagbar günstigen Preis anbieten. So gesehen ist das verständlich.

Wir waren sicher nicht das letzte Mal in Rotenburg. Für einen 6 h Trainingslauf ist es hier optimal. Wir haben auch schon die Rhön-Weser- Challenge  im Juni im Auge die ebenfalls von Harald Heyde ausgetragen wird. Hoffentlich klappt das.

Sieger:

Männer:

1. Platz Stefan Daum 76.063 m

4. Platz Norbert Fender 62.227 m

Frauen:

1. Platz Andrea Schüpbach 62.843 m

6. Platz Birgit Fender 52.719 m

 

 

 

 

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Birgit am Mai 7th 2014 in 2014, Ultras

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