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6 h Lauf Kleinkarlbach

3.10.2013 

Nach spannender Anmeldephase (sind wir drin oder nicht) ist die Anreise unproblematisch. Erst auf den letzten Metern verfahren wir uns. Gut, dass Peter Gründling, der gerade noch mit den letzten Markierungen beschäftigt ist, uns auf den rechten Weg führt.

Der Parkplatz ist schon voll, an der Straße gibt es aber noch ein Plätzchen für unseren Bus. Im Vorraum der Sporthalle der Schule wartet Gabi Gründling auf die Sportler. Herzliche Begrüßung und Startnummer sind schnell ausgetauscht, dann ist entspannen angesagt. Viele Bekannte haben sich eingefunden. Es ist als hätte man sich ewig nicht gesehen, obwohl das letzten Zusammentreffen oft nur ein paar Wochen her ist. Soviel Läufe sind schon wieder zu Geschichten geworden, die nun ausgetauscht werden.

70 Starter sind für die Räumlichkeiten angemessen. Trotzdem zieht es uns nach draußen. Fröstelnd genießen wir den morgentlichen Sonnenschein. Kurz vor 10 Uhr gibt Peter noch eine Einweisung (keinen Müll wegwerfen u.Ä.) dann geht es los.

Der enge Radweg zwingt zum moderaten Tempo. Ich habe Norbert verloren und bin hinten eingeklemmt. Das ist aber auch egal, schließlich haben wir 6 Stunden Zeit. Plötzlich geht es rechts. Zwischen engstehenden Häusern führt die Straße bergauf. Gerhard und Teddy sind mit einer ganzen Gruppe unterwegs. Da bleib ich erst einmal. Wir verlassen den Ort. Es wird steiler. Die Ersten gehen. Gerade will ich auch gehen da wird es flacher und so behalte ich den Laufschritt bei. Dann kommt noch ein richtig steiles Stück und ich lass die Schnellen ziehen. An der nächsten Kreuzung sind wir oben und laufen rechts. Mitten in den Weinbergen genießen wir die tolle Weitsicht. Flach führt die Straße zwischen den Reben entlang. Das Feld und unsere Gruppe zieht sich nun schnell auseinander. Rechts weiter geht es plötzlich steil bergab. Ich lass es laufen. Unten müssen wir zunächst auf einer kleinen Straße weiter die aber bald auf einen schmalen Radweg einbiegt. Schon sind wir zurück im Startbereich. Knappe zweieinhalb Kilometer hat die Runde.

Ich liebe Rundenläufe. Und hier ist es besonders schön und kurzweilig. Zuerst das Stück auf dem Radweg, schattig am Bächlein und alten, gepflegten Häusern entlang. Dann die Steigung, die zwar im Verlauf immer länger und steiler wird, aber dadurch Gelgenheit zum Gehen gibt. Oben eine tolle Aussicht im Weinberg, dann die rasannte Bergabpassage und wieder zurück. Nach jeder Runde die Möglichkeit zur Verpflegung – perfekt.

Die Verpflegung ist sowieso das Beste. Natürlich wissen erfahrene Ultras wie Gabi und Peter was der Läufer so wünscht. Wer hier nichts findet ist selber Schuld.

Der Verlauf des Rennens selber scheint von Anfang an klar. Bernhard Munz hat sich vorgenommen, 70 km zu schaffen. Das wäre Streckenrekord und ist bei dem Profil ambitioniert. Er ist auch schon von Anfang an auf Kurs. Bald hat er mich das erste Mal überholt mit wachsendem Vorsprung auf den Zweiten und Dritten. Bei den Frauen ist die mir unbekannte Natscha von Anfang an vorne. Sie zieht das auch durch und gewinnt die Frauenwertung mit Streckenrekord als Gesamtdritte.

Bernhard hat zum Schluss über 73 km auf dem Tacho wird aber vom 6 h Neuling Roland Stulz mit über 75 km übertroffen.

Norbert kommt immer wieder von hinten. Auch andere überholen mich turnusmäßig. Dafür kann ich auch an ein paar vorbeilaufen. Ich würde gerne 50 km schaffen. Die ersten Kilometer gehen auch echt gut. Bei der Hälfte muss ich mein Ziel aber aufgeben. Das Gehen am Berg kostet mich zuviel Zeit die bergab nicht aufzuholen ist. Ich konzentriere mich also lieber auf die Strecke und auf interessante Gepräche.

Im Weinberg sind die Erntearbeiten in vollem Gang. Ein riesiger Vollernter ist im Einsatz. Wenn das Ding mitten auf der Straße steht und mit Höllenllärm seine Beute in die Anhänger entlädt ist einiger Mut gefragt. Die Schnellen scheint das nicht zu stören. In kaum vermindertem Tempo weichen sie auf den Grasstreifen aus. Ich halte immer die Luft an wenn ich da vorbei muss.

In der letzten Stunde bin ich unter den schnellsten 10 Frauen und es geht mir  noch so gut, dass ich es probiere:  als mir Gabi im Vorbeilaufen das Fähnchen für die Schlussrunde übereicht renn ich, was das Zeug hält. Ich überhole eine Frau, die ich in der gleichen Runde vermute. Jetzt bloß nicht nachlassen! Ich schaffe die Steigung im Laufschritt. Hoffentlich ist die Zeit um, bevor die Frau mich wieder überholen kann. Ich überhole Teddy. Den habe ich seit der ersten Runde nicht  mehr gesehen. Von Gerhard die ganze Zeit auch keine Spur.

Wie lange ist noch? Norbert kommt von hinten angeflogen. Kurz versuche ich dran zu bleiben. Ich bin total platt. Da geht es bergab. Nochmal alle Kraft zusammen nehmen – die Zeit ist um.

Wir versuchen das Fähnchen mit meiner Startnummer in die Erde zu stecken. In einer Spalte des Bordsteins klappt es dann. Nun können wir zurückgehen und die Restmeter werden anhand der Fähnchen ermittelt.

Es gibt eine tolle Medaille von Gabi und Alkoholfreies Bier. Jeder stößt mit jedem an, und man beglückwünscht sich gegenseitig. Die Reste der Verpflegung werden gemeinschaftlich vernichtet.

Dann geht es unter die Dusche und zum Essen. Im nahen Gemeindehaus ist ein Nudelbüffett für uns bereit. Salat und Nudeln bis zm Abwinken. Die Siegerehrung ist angenehm kurz. Wir haben den zweiten Platz bei der Paarwertung erreicht. In der Tombola bekommt jeder noch ein Präsent.

Das war ein toller Lauf. Er wird nur alle 2 Jahre im Wechsel zum Salinenlauf ausgetragen. Wir sind nächstes Mal sicher wieder dabei.

Sieger:

Männer:

1. Platz Roland Stulz 75,294 km

4. Platz AK50 Norbert Fender 59,264

Frauen:

1. Platz Natascha Bischoff 69,396

3. Platz AK50 Birgit Fender 49,224

 

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Birgit am November 15th 2013 in 2013, Ultraläufe

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