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27. Solitudelauf

15.04.2012

 

Ich bin top vorbereitet. Norbert macht den Pacer für 1:45 und so sind wir im Vorfeld in den Genuss eines Besichtigungslaufs für die Strecke gekommen. Kathi hat das organisiert und davon abgesehen, dass ich die letzten 5 km nicht mehr mitgelaufen bin, war das für die Vorbereitung das Tüpfelchen auf dem i.

Gut gelaunt sind wir, wie bestellt, um 8:00 in der Gerlinger Stadthalle. Für Norbert liegt alles bereit, und ich hole mir schnell meine Startnummer nebst Chip.

Der Start ist „oben“ in der Nähe des Schlosses Solitude, das dem Lauf seinen Namen gibt. Der Busshuttle funktioniert jedes Jahr so, dass die ersten Busse angenehm leer sind und in den letzten die Läufer sich wie Sardinen quetschen. Für mich liegt das hauptsächlich daran, dass die Halle echt gemütlich ist und man sich hier halt auch trifft. Oben ist das Gelände weitläufig und relativ unübersichtlich. Außerdem ist es heute frisch mit Temperaturen so um die 5 Grad. Das ist zum Laufen optimal, zum draußen herumstehen aber nicht.

Die Pacer sollen als Vorbild um 8.45 Uhr die Halle verlassen und in die ersten Busse steigen. Mir ist das noch zu früh, weil es oben  nur 3 Toliletten gibt und ich den Wald nicht so gerne benutze. Als ich um 9:00 zur Bushaltestelle gehe, ist es dort schon sehr voll. Ich komme erst in den 2. Bus, und das auch nur knapp. Die Aussicht von der Panoramastraße auf Gerlingen und das Umland ist Klasse.

Ein kurzer Fußmarsch, und die Solitudestraße ist erreicht. Hier weist das Startbanner und eine gewaltige Menschenmenge auf das bevorstehende Ereignis hin. Es sollen um die 600 Halbmarathonis sein,  und nochmal soviel 10 km Läufer, deren Start allerdings 10 Minuten später ist. Ich treffe Norbert, der sich auch schon warm läuft. Leider in die andere Richtung. So bin ich allein und schaue wer noch da ist. Mit Tobias Sauter hab ich ja in der Halle schon ein Bild machen können. Dieter Baumann ist im Gespräch vertieft. Michel Weber und Gerhard Bracht reden mit mir, Günni muss auch irgendwo sein, aber nicht da, wo ich bin.

Es ist 9.33 Uhr. Bis 9.45 noch genügend Zeit. Moment mal – ist der Start nicht um 9.40? Ui das wird aber knapp. Schlange vor der Toilette und die Jacke noch nicht abgegeben. Kurz vor dem Start bin ich trotzdem da. Es wird runter gezählt. Mir fällt gerade ein, dass es keine Zeitmessung für den Start gibt d.h. Bruttozeitmessung. Ich bin ziemlich hinten und brauche ewig um den Start zu passieren. Diese Zeitspanne müsste ich schneller laufen damit ich meine Zielzeit erreiche.  2 Stunden wird eh knapp. Aber jetzt ist das Feld ist so eng, dass ich nicht überholen will. Andere kennen da nichts und bringen Unruhe ins Feld.

Gott sei dank geht es zuerst nur geradeaus. Die Straße wird enger, und als dann die Rechtskurve zum Schloß Solitude kommt, ist das Feld schon lockerer. Es folgt ein leichter Anstieg auf Kopfsteinpflaster, durch den Schlosshof und wir laufen hinten hinaus. Mitten auf dem Weg sehen wir einen Regenschirm und unter dem Schirm ein Streckenposten auf einem Betonpylon. Er hält seine Fahne den Läufern entgegen, so dass diese befürchten aufgespießt zu werden. Man sieht ihn halt erst, wenn man vor ihm steht. Die Läufer nehmen’s mit Humor.

Wieso geht es hier nicht vorwärts? Die Strecke ist wellig und ich bin gut drauf, aber irgendwie komme ich nicht voran. Aha, das ist der Pulk um den 2:00 Läufer. An und für sich nichts Schlimmes. Aber wenn ich hier nicht mein Tempo laufen kann, wie soll ich meine Zielzeit schaffen? Überholen ist aber nicht drin, ohne auf den seitlichen Waldboden auszuweichen. Ich sehe mich mit umgeknicktem Fuß und bleibe lieber hinten. Hat vielleicht auch sein Gutes. So spare ich Kraft.

 

Irgendwann geht’s dann doch vorbei. Gerade rechtzeitig, denn jetzt kommt das lange Gefälle zum Bärensee. Meine Lieblingsstelle. Es geht leicht trailig auf herrlich weichem Boden bergab. Unten nehme ich noch den Schwung mit um den See herum. Leider geht’s hinten wieder hoch. Nicht steil, aber stetig. Hier heißt es für mich Tempo raus.

Jetzt kommt der 2:00 Mann mit seiner Gruppe von hinten. Mist zu früh. Ich laufe noch ein bisschen mit, muss aber abreißen lassen; wir haben ja noch nicht mal Halbzeit.

Am Bärenschlössle gehts scharf rechts und wieder bergab. Nach der nächsten Steigung haben wir die 2. Getränkestelle und somit km 10,5 erreicht.. Ein Fußgänger sagt zu seiner Begleitung was von 57 Minuten. Ich schaue nicht auf die Uhr, aber 0:57 wäre im Plan. Die Gruppe um den Pacer hat die netten Helfer an der Getränkestation ganz schön ins Schwitzen gebracht. Ich greif mir einen Apfelsaft. Ich fühle mich schlapp – vielleicht kann ja Zucker helfen.

Idyllisch gehts im Wald dahin, an jeder Wegkreuzung stehen Streckenposten. Es geht gefühlt mehr bergauf als bergab. Mir tun die Füße weh und ich werde immer langsamer. Bei km 16,5 steht Kathi und feuert an, was das Zeug hält. Ich motze ziemlich rum. Sorry, aber ich muss mich ja bei jemandem beschweren,. Ist nicht so gemeint.

Aber es geht ja jetzt bergab. Leider wollen meine Beine und Füße nicht mehr so richtig. Ich kann nur 2 Läufer überholen, die dann aber am fiesen Anstieg wieder vorbeikommen. Ich gehe und so über holen mich noch zwei. Dann  geht’s wieder runter, noch knappe 2 Kilometer. Raus aus dem Wald, das Grün der Weisen und die blühenden Obstbäume genießen. Der Ortseingang von Gerlingen ist erreicht. Im Wohngebiet geht’s nochmal rauf. Hier kann ich drei Läufer überholen. Sind das die von vorhin? Dann die lange Zielgerade, die Hauptstraße r u n t e r, und kann gerade noch unter 2:04 Std bleiben.

Eine Helferin macht die Chips ab; aber nicht bei mir. Ich hab zu spät gesehen, dass es Befestigungsdraht gegeben hätte,und stattdessen den Chip in den Schnürsenkel gebunden.Aber man hat im Ziel an Sitzbänke gedacht, und so kann auch ich meinen Chip mühelos entfernen.

Ich gehe zur Getränkestation und probiere die verschiedenen Isos durch. Alle sind lecker. Die Läufer mit denen ich spreche sind alles Wiederholungstäter und mit ihrem Lauf zufrieden. Was ist nur mit mir los? Ich bin immer noch schlecht drauf.

Beim Rumstehen wird es kalt. Ich suche Norbert in der Halle. Gerade wird Dieter Baumann interviewt. Ich kriege nichts mit, und nur ein unscharfes Bild. Dafür findet Norbert mich. Wir gehen etwas essen und beklatschen die Sieger. Tobias Sauter hat gewonnen, irgendwas mit 1:11, er ist zufrieden mit seinem schnellen „Trainingslauf“ – Wahnsinn!

O.k. dann bin ich auch zufrieden mit meinem „schnellen Trainingslauf.“

Sieger:

Männer:

1. Platz: Tobias Sauter 1:11,07 Std.

38. Platz AK 50 Norbert Fender 1:45,22 Std

Frauen:

1. Platz Ruzika Zetakovic 1:34,34 Std (die ist in meiner AK)

11. Platz AK 45 Birgit Fender 2:04,05 Std

2 Kommentare »

Birgit am April 17th 2012 in 2012, kürzere Distanzen

2 Kommentare zu “27. Solitudelauf”

  1. Kati 2 schrieb am 17 Apr 2012 um 22:05 #

    a) motz Du nur *kicher*
    b) ja wir sahen gut aus in Rodgau
    c) bitte kann ich das letzte Bild haben 🙂

    und d)

    wir haben keineswegs den Betonpoller mitten auf die Laufstrecke gestellt, damit der Streckenposten besser zu sehen ist, sondern er riskiert dort sein Leben, damit Ihr nicht darüber fliegt. Das verdammte Ding ist fest eingegossen. Früher hatten wir immer Strohballen davor, die wurden uns aber gelegentlich vor dem Lauf „entfernt“. Bessere Ideen zur Unfallvermeidung nehmen wir jederzeit gern entgegen, sofern sie umsetzbar sind 🙂

  2. Birgit schrieb am 18 Apr 2012 um 15:50 #

    Oje wie kommt das Rodgau Bild da rein?

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