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10. Sindelfinger Glaspalastlauf

12.02.2012

Ich liebe Jubiläen. Es gibt dann immer etwas Besonderes. Da der Glaspalastlauf sein 10. hat, wird drinnen gestartet und auch das Ziel wird drinnen sein.

Für die Vorbereitung ist das aber mal egal. Viel wichtiger, weil wirklich unangenehm, sind die niedrigen Temperaturen, die schon seit 2 Wochen in ganz Europa, und speziell halt auch bei uns herrschen. Das Thermometer hat den Gefrierpunkt schon lange nicht mehr gesehen.  Tageshöchsttemperaturen von  m i n u s  5 Grad waren schon viel. Training ist da für mich nur eingeschränkt möglich. Seit Rodgau bin ich erkältet. Norbert wehrt sich dagegen mehr oder weniger erfolgreich. Normalerweise ist leichter Husten und Schnupfen ja kein Problem. Bei solchen Außenverhältnissen wird es aber doch schwierig.

Morgens um 8 Uhr sind noch -12 Grad. Unverdrossen scheint die Sonne. Wetter wie aus dem Bilderbuch. Die Standheizung funktioniert nicht. Wir müssen von Hand malerische Eiskristalle von der Windschutzscheibe entfernen. Dann zur Tankstelle. Der Kälteeinbruch heizt den Benzinpreisen mächtig ein. Wir wollten warten bis das Preishoch rum ist. Stehen bleiben ist aber auch keine Lösung. An der ersten Zapfsäule geht die Benzinpumpe nicht. Beim 2. Versuch geht’s dann. 10 Liter Diesel für 15 €. Boah!

Am Glaspalast ist schon einiges los. Kathi und Günni sind schon fast startklar. Startunterlagen sind ohne Wartezeit zu bekommen. Die Startnummern sind mit dem Vornamen versehen. Schön!

Gerade wird der Bambinilauf gestartet. Voll süß die Kleinen. Die dürfen drinnen auf der Rundlaufbahn laufen. Da haben auch die Zuschauer mehr davon.   Die verschiedenen Kinder- und Jugendläufe führen aber nach draußen. Bei denen sind auch richtig Schnelle dabei.

Auf der Tribüne ist massig Platz. Wir breiten uns aus. Ich will unbedingt um 10.15 Uhr raus zum Warmlaufen und verbreite Stress. Wir haben keine Uhr. Ich hab irgendwie keinen Plan und mach den Chip zuerst an den falschen Schuh. Ich will ja mit Schneeketten laufen und hab der Einfachheit halber 2 Paar Schuhe dabei. Irgendwann bin ich aber dann doch fertig. Nur raus. Norbert kämpft noch mit irgendwas. Egal.

Draußen ist es wahnsinnig kalt. Nur das Tuch vor dem Mund rettet mich vor erfrorenen Lungen. Die anderen Läufer haben da wohl kein Problem. Einmal um die Halle rum treffe ich Norbert. Sein Garmin sucht noch den Satellit. Wir laufen dann doch noch gemeinsam. Ich muss aber schon wieder zurück. 10.45 Uhr.

Norbert ist vor mir am Start, Kathi treffen wir auch wieder. Als ob die Veranstalter die tiefen Temperaturen vorraus geahnt hätten, ist heute der Start in der Halle. Bloß dumm, dass die Meisten für den Innenraum zu warm angezogen sind. (Auf der Strecke sehe ich dann aber tatsächlich 2 Läufer mit kurzer Hose). Nach dem Startschuss laufen wir durch das „Marathontor“ nach draußen. Es geht steil bergauf. Dann auf dem engen Weg um die Halle. Da muss jetzt irgendwo die Zeitnahme beginnen. Wir sind nun auf der gewohnten Strecke. Oje – war die Brücke letztes Jahr auch schon so hoch? An der Maichinger Straße halten Helfer die Autos an. Kurz durchs Wohngebiet und dann rauf in den Eichholz. Die Steigung ist geschafft; jetzt geht es bergab bis zum gegenüberliegenden Waldrand.

Am Wald entlang geht es wellig. Leider hab ich kein Auge für die romantische Winterlandschaft des Eichholzer Täles, das hier in helles Sonnenlicht getaucht ist. Ich hab wieder ein Tuch vor dem Mund. Dauernd läuft mir die Sonnenbrille an. Ich muss das Tuch wegnehmen, weil durch den Stoff auch das Atmen schwer fällt. Jetzt sehe ich zwar was, bekomme aber immer schlechter Luft. Ich muss mit dem Tempo runter. Wir sind noch keine 3 km unterwegs und ich bin platt.

Bevor wir die ersten Maichinger Häuser erreichen geht es rechts den Berg hinauf. Beim Gehen beruhigt sich mein Puls. Langsam komme ich wieder ins Laufen. Da ist die Verpflegungsstelle. Wir sind noch keine 4 km unterwegs. Ich brauch noch nichts. Nachher kommen wir ja nochmal vorbei. Oh, hier ist es aber schön. Der verschneite Wald zeigt Postkartenidylle.

Bis km 4,5 geht es wellig, aber stetig bergauf. Mir geht es richtig gut. Da kann man auf einen Stopp ruhig verzichten. Jetzt laufen wir immer noch wellig das Spitzholzsträßle und anschließend die Spitzholzallee eher bergab, bis zum Wohngebiet Eichholz mit seinen 4 imposanten Wohnblocks. Hier stehen traditionell Zuschauer. In diesem Jahr sind es nur eine Vater/Tochtergespann, also eher spärlich. Bei diesen Temperaturen ist das nur verständlich.

Dieses Jahr sind viele Jugendliche vom GSV Maichingen mit ihren grünen Trainingsanzügen dabei. Tapfer kämpfen sie sich die Strecke entlang. Viele sind genauso alt wie meine Töchter. Alle Achtung, das machen die echt toll.

Nun kommen wir auf das Teilstück, das wir bereits gelaufen sind. Die VP brauche ich immer noch nicht. Außerdem geht’s bergab, da kann ich eh schlecht halten. Anstatt aber weiter gerade aus, wenden wir uns links auf die Eichholzallee. Bolzgerade, mit ein paar Wellen kann man die ganze Strecke einsehen. Ich versuche den Abstand auf die vorderen Läufer zu verringern. An der Tankstelle scharf rechts, kommt jetzt das schlimmste Stück: Leicht bergauf und dann eine endlose Gerade.

Doch dann ist es geschafft. Zuerst ein steiles Trailstück bergab (Schneeketten sei dank) und dann die Straße runter. Über die Maichinger Straße. Dann – Mist – die Brücke ist noch höher als vorher, auf dem Fußweg zum Glaspalast. Juhu, wir müssen nicht außen rum um den Sportplatz. Um die Halle rum und hinten runter durchs Tor in die Halle, einmal links, einmal recht, nochmal links. Ziel!!

Eine gute Stunde. Das ist o.k. Axel Stahl, der wie in jedem Jahr nicht nur der Organisator, sondern auch der kompetente Sprecher des Lauf ist sagt mich an(so wie jeden anderen auch). Er stutzt über unseren Vereinsnamen und hält mich zurück. Ich soll erklären was es mit den 100marathon auf sich hat. Wenn ich das geahnt hätte wäre mir sicher etwas eingefallen. So kann ich nur außer atemlos ins Mikrofon hecheln.

Ach ist das schön hier in der Halle den heißen Tee zu genießen. Jetzt hab ich richtig Durst und auch Lust auf die angebotenen Äpfel und Bananen. Norbert hat mein Interview gehört und ist zur Stelle. Auch Kathi ist da.

Langsam machen wir uns fertig. Wir treffen Günni und Marlies. Ich esse noch etwas. Nach der Siegerehrung findet eine Tombola für alle 10 km Finisher statt. Die warten wir noch ab; haben aber nichts gewonnen. (Kathi hätte Laufschuhe für 100 Euro gewonnen, wenn sie noch da gewesen wäre). Danach fällt es schwer wieder in die Kälte zu gehen.

Dieser Lauf geht in die Geschichte ein, als kältester 10 km Lauf.

 

Ergebnisse:

Männer:

1. Platz Thomas Göpfert 34:19 min

10 Platz AK 50 Norbert Fender 46:29 min

Frauen:

1. Platz Michaela Renner Schneck 40:18 min

16.Platz AK 45 Birgit Fender 1:00,35 std

1 Kommentar »

Birgit am Februar 13th 2012 in 2012, kürzere Distanzen

1 Kommentar zu “10. Sindelfinger Glaspalastlauf”

  1. Kati schrieb am 13 Feb 2012 um 21:04 #

    WAAAAS — DAS IST NICHT WAHR !!!!! das sagst Du nur um mich zu ärgern !!!!!!! au Mann !!!!

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