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Allgäu Panorama Marathon

Freitag 19.08.2011

Im letzten Jahr war der APM mein Highlight. Norbert konnte wegen Knie leider nicht laufen und war daher gespannt, wie es werden wird. Kurzentschlossen sind wir schon am Freitag angereist (Max ist wie im letzten Jahr wieder dabei) und können unsere Startunterlagen im Allgäu Outlet abholen. Mit den Startunterlagen bekommt man zusätzlich zu diversen Pflegeprodukten (für müde Beine) ein umfangreiches Paket: schickes Funktionsshirt (im letzten Jahr war das etwas kurz, dieses Mal perfekt), 20 % Ermäßigung für Käufe im Allgäu Outlet (dort gibt es Outdoor und Sportsachen), freien Eintritt ins Freizeitbad Wonnemar am Sonntag und einen Gutschein für die Pastaparty (letztes Jahr total lecker) am Samstag.

Samstag 20.08.2011

Das Frühstück in unserem Gasthof „Zum Ratsherrn“ ist üppig. Auf unsere Bitte wegen dem Frühstück um 5.45 am Sonntag heißt es, es seien noch mehr Läufer da und manche würden schon um 4 Uhr frühstücken.

 

Wir gehen erst mal shoppen und um 15 Uhr zur Pastaparty in der Markthalle. Hier ist der Treff für die Läufer. Einige bekannte Gesichter sind schon da. Die Nudeln sind wieder hervorragend und die Soßen erst, wirklich lecker. Da noch Zeit bis zum „Briefing“ ist, gehen wir mit Kathi (die Morgen die Ultrastrecke angehen wird) und Jo Eis essen. Die ganze Woche ist es schon angenehm warm, aber heute ist es heiß. Und der Wetterbericht sagt für Morgen noch wärmer.

Pünktlich um 17.30 beginnt das Briefing. Der Veranstalter Axel Reusch  gibt grundsätzliche Infos zu den Läufen, wobei das wohl hauptsächlich für die Ultras interessant ist. Zuerst entschuldigt er sich aber dafür, dass es nicht genügend Funktionsshirts und Pasta für alle gibt. Es gibt wohl viele Nachmelder, die hier das Kontingent sprengen.

Sonntag 21.08.2011

Ich glaub, ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen. Vielleicht hatte ich ja Angst zu verschlafen. Auf jeden Fall bin ich die Strecke in Gedanken schon ein paar mal durchgelaufen. Aufstehen und Frühstück klappt reibungslos. Langsam sind wir mit Max ein eingespieltes Team. Max wir uns zum Start begleiten und dann auf eigene Faust den Kids Run laufen. Treffen werden wir uns nach den Läufen im Wonnemar.

 

Wir parken wie vom Veranstalter empfohlen in der Freibadstraße beim Wonnemar. Bis zum Allgäu Outlet sind es ca. 500m. Hier ist der Start um 8 Uhr. Die Dixies sind extrem schmutzig – Bääh.  Taschen können abgegeben werden. Da sind unsere Badesachen drin. Es ist schon so warm, dass man vor dem Start keine Jacke braucht.

Wir treffen Günni, der schon den Start der Ultras um 6 Uhr miterlebt hat.

Norbert läuft am Anfang wieder mit mir. Wie im letzten Jahr ist das Anfangstempo unerwartet hoch. Ich weiß, dass das nur die ersten 2,5 km so ist. Bis dahin ist es nämlich flach an der Iller entlang. Norbert verabschiedet sich.

 

 

Diesmal versuche ich nicht die Steigung zu laufen. Kraft sparen solange es noch geht.

Es wird auch wieder flacher. Die erste Verpflegung bei Bihlerdorf ist erreicht, km 4,8. Ich nehme einen Becher, trinke einen Schluck und schütte den Rest über mich.

Jetzt geht es steil nach oben, alle gehen.

 

Als es zum ersten Mal auf die Weide geht sieht man die Läufer wie an einer Schnur aufgereiht.

Ein schmaler Weg führt hinauf zum Wald.

 

Die Aussicht ist fantastisch. Im Wald geht es steil und trailig immer nach oben.

Als wir die Straße wieder erreichen ist es nicht mehr weit zum Allgäuer Berghof. Ein steiles Stück, dann an der Weltcup-Hütte vorbei, km 8, bis zur Bergstation der Hörnerbahn.

 

An der Verpflegungsstelle dort gibt es Iso und Wasser, und ich mische mir erst Mal eine Portion Salz ins Trinken. Ich finden es bereits ziemlich warm.

 

 

Hinter dem Sessellift führt der Weg zur nächsten Kuhweide. Im letzten Jahr standen die Kühe hier im Weg, diesmal sind sie hinter Zäunen. Schade irgendwie.

 

Nach einer Hütte am Weg, wird die Straße zum Feldweg, um dann im Wald zum Trail zu werden.

 

Das Feld ist jetzt schon so weit auseinander, dass ich oft Niemand mehr vor oder hinter mir sehen kann. Es ist wunderbar – auch die Einsamkeit, weil ich auf keinen Rücksicht nehmen muss und mein eigenes Tempo laufen kann.

Auf der folgenden Freifläche erkenne ich die Stelle, an der ich letztes Jahr meinen Schuh verloren habe. Er ist damals einfach in einer morastigen Pfütze stecken geblieben. Entsprechend vorsichtig versuche ich den Matsch zu umgehen, während eine andere Läuferin elegant darüber springt.

Nun gehen wir doch noch auf Tuchfühlung mit Kühen.

 

In der Ferne kann ich den Aufstieg zum Sattel des Weiherkopf, km 13, sehen. Ich genieße die Aussicht und weiß schon was kommt: der Weg wird so steil, dass man gerne auf das Stahlseil zurückgreift, um sich hochzuziehen.

 

 

Oben ist eine Wasserstation mit zwei Helfern auf einem Quad. Ich trinke wieder Wasser mit einer Portion Salz. Nicht nur ich finde es warm.

 

Eine Schlange von Läufern quält sich auf den Weiherkopf hinauf. Oben ist vergleichsweise Rummel.

 

Ich halte mich nicht auf, und stürze mich direkt in den steilen Abstieg.

Mit den Trailschuhen fühle ich mich sicherer als letztes Jahr mit normalen Laufschuhe. Auch meine Beine fühlen sich besser. Rennen ist aber trotzdem nicht.

 

Wellig geht es weiter. Da der Weg geteert ist, sind auch viele Wanderer unterwegs.

Am Berghaus Schwaben, an der Getränkestation sind die Melonenstücke schon weg. Salz mit Wasser muss es richten. Und Wasser gibt es zu genüge.

Der Weg wird wieder schmaler, fast trailig. Die Kuhweide hat uns wieder.

Einige Läufer rätseln an welcher Stelle wir die Bergkette vor uns überqueren. Da ich mich noch dunkel erinnere, gebe ich Auskunft: nein, wir müssen nicht über den hohen Berg.

Dort links ist der Übergang, der Sattel des Riedberghorn.

Steil genug ist es trotzdem. Oben steht die nette Helferin, die sagt: es gehe jetzt bergab.

 

Unten sieht man die Verpflegungsstelle Grasgehren.

 

Steil bergab ist sie schnell erreicht. Hier gibt es noch Äpfel, Bananen, Wasser und Iso. Auf Nachfrage wird auch der Salzstreuer ausgepackt. Letztes Jahr gab‘ s hier noch Brot und Kuchen. Wirklich Hunger hab ich nicht, aber Brot mit Salz wäre jetzt nicht schlecht.

Ein junger Helfer am Wasserschlauch kühlt mich noch ausgiebig und weiter geht’s.

Die Straße über den Riedbergpass wird ein kurzes  Stück entlanggelaufen und dann überquert.

Die Alpe Schönberg, km20, liegt romantisch inmitten grasgrüner Wiesen.

Oh es hat ja Wolken. Schön, vielleicht zieht es zu. Es geht wieder bergauf,  dann in einen hübschen Wald mit trailartigem Weg.

Die Kuhfladen und das andauernde Glockengeleut warnen vor den Kühen, die aber im Wald am Hang stehen und uns Läufer ignorieren.

Oje es geht ja steil bergab. Das hatte ich ganz vergessen. Unten steht wieder Karl-Heinz von den Johannitern. Im letzten Jahr hatte ich ein super Foto von ihm gemacht, mitten im Gestrüpp auf einem Baumstumpf stehend.

 

Wieder auf der Straße ist die Weiche, an der der Weg der Ultras rechts bergauf und unser Weg nach links bergab abzweigt.

 

 

Jetzt merke ich die Hitze. Die Wolken haben sich verzogen und vom strahlend blauen Himmel brennt die Sonne. Aber ich weiß, dass es bald bergab geht.

Ich rekapituliere das bis jetzt geschaffte und merke, dass ich Hunger bekomme. Ich hab noch einen Notfalltraubenzucker dabei. Der hat mich auf den letzten Läufen treu begleitet. Wenn es, wie zu befürchten ist, an der nächsten Verpflegungsstation nichts zu essen gibt, muss er dran glauben.

Wohl gemerkt: es war von der Ausschreibung her bekannt, dass es kein Essen gibt. Aber im letzten Jahr war an vielen Stellen Banane und Melone vorhanden. Deshalb hab ich mir keine Gedanken gemacht.

 

Da ist die Getränkestation. Juhu, es gibt Cola und K u c h e n.

Ich fühle mich wie im Märchen. Frisch gestärkt geht es jetzt bergab.

Die brütende Hitze macht es nicht gerade einfach. Aber ich erinnere mich, dass das untere Stück komplett im Schatten läuft. Da will ich hin – so schnell wie möglich. Ich überhole einige, die bergab gehen müssen- Horror.

Unten an der Verpflegungsstelle muss ich pausieren. Ich fühle mich total ausgepowert. Gut, die letzten 12 Kilometer kann ich auch gehen. Meine Zeit vom letzten Jahr (über 6 Stunden) erreiche ich eh nicht mehr. In der Sonne, an der Fahrstraße führt der Weg. Irgendwie geht noch abwechselnd gehen und laufen.

Wieder im Wald folgen wir kurz dem Sägenweg. Figuren im Wald und Hinweistafeln erfreuen auch den kaputten Läufer und lenken von den Strapazen und einer Wahnsinnssteigung ab.

Raus aus dem Wald nimmt uns die Hitze wieder in Empfang. Bei Km 32 sieht man schon Obermaiselstein.

Aber der Weg geht auf einmal scharf links den Berg h i n a u f.

Ein Helfer versucht uns aufzumuntern: „Eine Gute Nachrichthab ich für Euch, ab jetzt werden die Restkilometer einstellig!!!!!“

 

Dieses Jahr kann mich das nicht schocken. Ich kann wenigstens gehen ohne mich zu blamieren.

haben, geht es, wie schon des öfteren auf einem Trail durch den Wald hoch und runter.

Nach ein paar steilen Naturtreppen hoch, stehen wir vor einem atemberaubenden Ausblick auf das Allgäuer Bergpanorama und wenn man genau hinschaut, sieht man auch schon Sonthofen in der Ferne.

Erst ein Wiesenweg dann eine Wiese nach unten – aua – nicht gut! Dann auf der Straße weiter runter, auch nicht besser.

Ein Stück durch Obermaiselstein, Helfer weisen den Weg. Wahnsinn, was die heute hier leisten!

Links über eine Ziegenweide an ein paar müden Ziegen vorbei, an einem kleinen beschaulichen Bächlein entlang, über die B19 – danke ihr Helfer – bis zur Iller, km 38.

An der Verpflegunsgstelle bei km 38,5 ist ein Helfer damit beschäftigt die Läufer mit Wasser zu übergießen. Es gibt Cola, Iso, Wasser, Melonen. Wir stärken uns ausgiebig.

Gehend und laufend noch meist im Schatten, komme ich dem Ziel näher. Der Akku vom Fotoapparat ist leer – schade – jetzt hätte ich noch Lust zu fotografieren.

km 39,8, letzte Verpflegungsstelle: ein Sonnensegel ist quer über den Weg gespannt. Ein Helfer mit einer Gieskanne bietet eine Dusche an.

Das nehme ich noch gerne an. Normalerweise lasse ich die letzte Verpflegungsstelle aus. Heute nehme ich  eine Scheibe Brot, die ich in kleinen Bissen mit Cola zusammen genieße.

Gehen, laufen. Ich sehe das Ende, den Abzweig zum Wonnemar. Ein entgegenkommender Läufer feuert mich an, ich nehme nochmal alle Kraft zusammen und laufe ins Ziel. Der Veranstalter Axel Reusch begrüßt mich, wie j e d e n , mit Handschlag. Er hängt mir die Medaille um und befreit mich vom Zeitmesschip.

Erst mal Schatten, dann ein kühles Erdinger alkoholfrei, dann wieder Schatten. Das Büffett ist angerichtet. Obst und Kuchen. Leider kann ich gar nichts essen. Nur ein paar Stücke Nektarine.

Viele Ultras sind schon da.Ich bewundere die Ausdauerleistung und unterhalte mich mit Einigen. Witziger Weise hat jeder schon mal was schlimmeres durchgemacht, und meine Achtung wächst noch mehr. Irgendwann werden Norbert und ich die Strecke auch mal versuchen.

Sieger Marathon:

Männer:

Thomas Janson 1. Platz 3:28,42

Norbert Fender  9. Platz M50 5:04,07

Frauen:

Gerti Ott 1 Platz 4:01,38

Birgit Fender 6. Platz W45  6:57,37

 

 

 

 

 

1 Kommentar »

Birgit am August 23rd 2011 in 2011, Marathons

1 Kommentar zu “Allgäu Panorama Marathon”

  1. Kati schrieb am 26 Aug 2011 um 16:04 #

    ich vermisse da schmerzlich eine Übersicht über den Status Eures Projekts 🙂

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