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9. Sindelfinger Glaspalastlauf

27.02.2011

Es ist Sonntag 8.30 Uhr. Am schrägen Dachfenster unseres Badezimmers  sehe ich  Regen. Na toll. Hoffentlich hat das Norbert noch nicht bemerkt. Er mag Wasser von oben eigenlich nicht so. Aber natürlich ist es ihm auch schon aufgefallen. Letztes Jahr lag beim Glaspalastlauf  ziemlich viel Schnee. Die Strecke wurde den äußeren Bedingungen angepasst und auf zwei Runden durch den Wald gelaufen. Das wird dieses Jahr wohl nicht der Fall sein. Dafür rechnen wir mit viel Matsch, da der Hauptteil der Strecke im Wald verläuft. Aber Regen muss ja wohl nicht sein.

Um 10.00 Uhr in Sindelfingen regnet es nicht. Es hat ca 5°C. Obwohl schon viele Autos da sind, ist es kein Problem einen Parkplatz zu finden. Schließlich ist der Glaspalast für Großveranstaltungen ausgelegt. Die Startunterlagen lassen sich um diese Zeit auch schnell holen. Im Eingangsbereich der großen Halle hat Stahl Sport mit Orthopädietechnik Kogel eine kleine Läufermesse aufgebaut. Und ein Autohändler ist mit Kleinwagen vertreten. Im Innenraum der Leichtathletikhalle dagegen ist ein Kinderspieleparadies aufgebaut. Natürlich ist noch nichts los; die Kleinen laufen ja noch.

Auf den Tribünen machen wir uns zusammen mit anderen Läufern bereit. Noch ein großer Vorteil der professionellen Halle ist die klare Verständlichkeit der Lautsprecheranlage. Wir können hautnah die Ansagen von Axel Stahl verfolgen, der die Bambini- und Schülerläufe kommentiert.

Nachdem wir den Zeitmesschip mit den Kabelbindern am Schuh festgemacht haben und die Startnummern befestigt sind, machen wir uns auf den Weg, um die Strecke zu beschnuppern. Wir sind schon zum vierten Mal hier. Im letzten Jahr war der Zieleinlauf etwas verändert. Man kam nicht auf dem direkten Weg zum Ziel, sondern musste noch einen Umweg um die Sportanlagen machen. Da hatte ich mich beim Schlussspurt voll verzockt. Das war aber die Strecke mit den zwei Runden. Heute würde das ja nicht so sein.

Pünktlich um 11.oo Uhr ertönte der Startschuss und die über 400 Läufer machen sich auf den Weg. Auf den ersten 2 km ist die Strecke wellig, mit kleinen giftigen Anstiegen, gefolgt von den gleichen Gefällen. Dann geht es ziemlich steil von 450m  auf 500m Höhe um anschließend wieder leicht abzufallen. Bei km 3 kommt  eine Steigung auf 530 m, wieder Gefälle, um dann endgültig bei 4,5 km auf dem höchsten Punkt bei 540 m anzukommen.

Wenn ich das im nachhinein so lese, kommt mir das nicht dramatisch vor. Beim Laufen aber ist das alles andere als leicht. Trotzdem habe ich ein ziemliches Tempo drauf, und bin an dieser Stelle noch mit unter 6 Min/km unterwegs. Leider weiss ich in dem Moment nicht, dass dies die höchste Stelle ist, und erwarte deshalb noch diverse Grausamkeiten.

Zuerst gehts wieder mal runter, um dann tatsächlich auch wieder raufzugehen. Und wieder runter, und wieder rauf. Tendenziell ist die Strecke aber klar abfallend. Ich warte auf meinen persönlichen Leistungsabfall. Da ich beim Bergablaufen regelmässig Zeit gut mache, die ich beim Bergauflaufen wieder verliere, kann ich nicht ausruhen oder den Puls runterkommen lassen. Trotzdem mache ich Platz um Platz gut. Gefühlsmäßig verliere ich kein Tempo. Um auf die Uhr zu sehen, hab ich keine Zeit.

Nun kenne ich auch die Strecke, und weiss dass der letzte Anstieg vorbei ist. Gerade werde ich von einigen Läufern eingeholt (es ging ja gerade rauf). Da spricht mich einer von denen an. Es ist der Läufer, den ich vor kurzem überholt hatte und der auch das Funktionsshirt von der Nike Winterlaufserie an hat, so wie ich. Das hatte man 2008 bei Beendigung aller 3 Läufe der Serie bekommen. Er möchte mich in ein Gespräch verwickeln, gemeinsam überholen wir ein paar Läufer. Normalerweise würde ich das Gespräch gerne fortsetzen, aber ich bin zu sehr ausser Atem. Er zeigt Verständnis, und so laufen wir gemeinsam. Auf dem steilen Stück im Wald läuft er vorraus, dann auf der Strasse geht es wieder nebeneinander. Als wir in Stadionnähe ankommen, sehe ich, dass wir auch dieses mal den Umweg nehmen müssen. Ob ich das noch schaffe? Ich laufe, seit ich meinen Begleiter habe, ausserhalb meiner Leistungsfähigkeit. Aber ich kann  ihm doch nicht sagen, dass es mir zu schnell ist oder? Auf einmal greift er sich ans Bein und sagt ich müsse allein weiterlaufen. Okay, jetzt gilts. Ich sehe noch Läufer vor mir. Alle hole ich noch ein. Das Ziel ist nah. Da kommt doch tatsächlich die letzte Frau, die ich gerade überholt habe und will an mir vorbei. So geht das nicht!!! Ich ziehe auch noch mal an und es gibt ein totes Rennen.

Der Sprecher (immer noch Axel Stahl) gratuliert mir. Danke! Ich sehe auf der Zeitmessuhr, dass ich unter 55 Min gelaufen bin. Super. Der Chip wird abgeschnitten (ein hoch auf Kabelbinder, früher musste man die Chips  immer aus den Schnürsenkeln fummeln). Norbert beglückwünscht mich. Auch mein T-Shirt-Zwilling hat es geschafft. Um Norbert hatte ich mir etwas Sorgen gemacht. Er hat sei einer Woche eine Erkältung, die sich zu einem ausgewachsenen Husten gemausert hat. Gott sei Dank hat er beim Laufen keine Beschwerden.

Im Zielbereich warten heisser Tee, Äpfel und noch ein paar Bananen.

Die Strecke war übrigens super zu laufen, kein bischen Matsch.

In der Halle treffen wir Günter. Er ist in seiner Altersklasse M55 Zweiter mit etwas über 41 Min. Klasse.

Als wir den Glaspalast verlassen fängt es an zu regnen. Glück gehabt.

Ergebnisse:

Männer:

1. Platz: Bastian Franz, 32:07 Min

16. Platz M50: Norbert Fender, 44:30 Min

Frauen:

1. Platz: Michaela Renner-Schneck, 40:16 Min

12. Platz W45: Birgit Fender, 54:46 Min

3 Kommentare »

Birgit am Februar 28th 2011 in 2011, Kürzere Distanzen

3 Kommentare zu “9. Sindelfinger Glaspalastlauf”

  1. Kati schrieb am 01 Mrz 2011 um 07:01 #

    hi Birgit, super Lauf, gratuliere 🙂 Wolltet Ihr nicht zu Eurem zweiten Marathon? Dann war wohl Norberts Erkältung schuld. Wir sehen uns in Kandel 🙂 bis bald, Grüßles, Kati

  2. Birgit schrieb am 03 Mrz 2011 um 16:57 #

    Hallo Kathi,
    Danke bin immer noch ganz begeistert von mir. Blöd bos, dass es mir in der Cup-Wertung nix gebracht hat.
    Gut dass Du nach dem Marathon fragst. Das muss ich wohl erklären: Wir wollten nach Bad Salzuflen. Das ist ziemlich weit weg und ohne Übernachtung nicht zu schaffen. Wir wollten unseren Sohn mitnehmen. Jetzt war am Samstag leider Bürgerfest in Rutesheim, und unsere große Tochter und unser jüngster Sohn sollten singen. Da konnten wir unmöglich weg.
    Vestehste ja sicher.
    Grüße von Birgit

  3. Kati schrieb am 03 Mrz 2011 um 22:16 #

    hm ich weiß nur, wenn meine Tochter öffentlich singen würde, dann könnte der Marathon gar nicht weit genug weg sein…

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